Konservatives Staatsverständnis greift im Bereich der Netzpolitik zu kurz
Die netzpolitischen Vorstellungen des Innenministers basieren auf einem klassisch konservativem - von Sicherheitsüberlegungen geleitetem - Staats- und Weltbild. Der Innenminister interpretiert die gestalterische Rolle des Staates hinsichtlich der enormen Potentiale, die das Netz der modernen Informationsgesellschaft bietet, sehr einseitig. Er verpasst die Chance, diese voll auszuschöpfen und angemessen zu fördern. Es bleibt abzuwarten, ob die wenigen konkreten und progressiven Ansätze, die der Innenminister in seiner heutigen Rede tatsächlich vorgebracht hat, in den Regierungsfraktionen tatsächlich mehrheits- und damit umsetzungsfähig sind.
Wir begrüßen, dass der Innenminister offensichtlich bemüht ist, sich grundsätzlich und systematisch mit netzpolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Das ist dringend nötig. Auch begrüßen wir es, dass der Innenminister den Bestand des Netzes und den Zugang hierzu als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge versteht. Das gilt auch und vor allem wenn es um den Schutz von Grund- und Bürgerrechten geht.
Wir teilen Überlegungen, mit Wettbewerbsrecht und Regulierung Monopolbildung im Netz zu verhindern, Ansätze zur vollständigen Überwachung und Kontrolle individuellen Verhaltens lehnen wir ab. Wir halten es nach wie vor für falsch, die Provider zu staatlichen Hilfssheriffs machen zu wollen. Dies würde dem Prinzip der Netzneutralität diametral entgegenlaufen. Wir fordern, den besonderen grundrechtlichen Schutzbedarf, den das Internet als Kommunikationsraum genießt, zu wahren.
Deutlich wurde das konservative Leitbild des Datenschutzverständnisses de Maizières: Mit dem Verweis auf Selbstverantwortung, gepaart mit Transparenz- und Datensicherheitsanforderungen an Unternehmen allein, ist Google oder Facebook sicherlich nicht beizukommen. Wir brauchen eine grundlegende Reform und Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes an das Internetzeitalter sowie den Einsatz des Bundesministers auf europäischer Ebene für eine moderne EU-Datenschutzrichtlinie.
Wir halten es für einen schweren Fehler, die drängenden netzpolitischen Fragestellungen nach wie vor aus einer rein nationalstaatlichen Perspektive zu betrachten. Es wäre klug und angemessen, wenn sich deutsche Regierungsvertreter verstärkt auch in die europäischen und internationalen Debatten einschalten würden. So muss sich die Bundesregierung in einem ersten Schritt auf europäischer Ebene zwingend bei der Diskussion um die Überarbeitung der neuen EU-Datenschutzrichtlinie einbringen und gegen die Vorratsdatenspeicherung und die kürzlich vorgelegte Netzsperren-Richtlinie aussprechen.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Dieser Beitrag wurde bisher 53 mal gelesen.
(Rang 1061 auf mobile-tomorrow.de)
Weitere News
Geschäftsklima in Hightech-Branche weiterhin gut
23.11.2011 | Zwei Drittel der Anbieter erwarten Umsatzplus für 2012 Vertrauen als zentrales Thema auf der CeBIT BITKOM...
weiter in Geschäftsklima in Hightech-Branche ...Drahtlose Mikrofonlagen - Billigkeitsentschädigung gestartet
16.11.2011 | Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat das Antragsverfahren für die Gewährung von...
weiter in Drahtlose Mikrofonlagen - ...Vier Millionen Smart TVs stehen in deutschen Wohnungen
09.11.2011 | Jeder zehnte deutsche Haushalt besitzt ein internetfähiges TV-Gerät Aber: Nur 13 Prozent davon gehen per TV...
weiter in Vier Millionen Smart TVs stehen in ...Neues Power-Duo im Black Diamond Design: ASUS RT-N53 Wireless Router und ASUS USB-N53 Wireless Stick
08.11.2011 | Der neue ASUS RT-N53 Wireless Router ist die perfekt abgestimmte Kombination aus innovativem Design und...
weiter in Neues Power-Duo im Black Diamond ...Orange: 130 iPhone 4S zum Verkaufsstart um 0 Euro
25.10.2011 | Im Orange Shop Donauzentrum Wien und Orange Shop Sackstraße Graz. Verkaufsstart am Freitag, den 28. Oktober...
weiter in Orange: 130 iPhone 4S zum ...Aktuelles
Fujitsu IT- Mittelstandsindex Oktober 2011: Verhaltenes Wachstum
Fujitsu und techconsult veröffentlichen IT-Mittelstandsindex...
weiter ...Neuigkeiten
Regensburg in der Hosentasche - iPhone- App mit SixCMS
Nach Regensburg kommt man auf verschiedene Arten: entweder...
weiter ...Web- Shopping zum Fest: Jeder Dritte kauft Weihnachtsgeschenke online
Neuer Spitzenwert: 24 Millionen machen nutzen Web-Shopping...
weiter ...Weitere Themen
Geschäftsklima in Hightech- Branche weiterhin gut
Zwei Drittel der Anbieter erwarten Umsatzplus für 2012...
weiter ...Drahtlose Mikrofonlagen - Billigkeitsentschädigung gestartet
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat...
weiter ...Archiv
TV und Internet laufen oft parallel
Jeder zweite surft nebenher. Fernsehbildschirm an der Wand...
weiter ...Das Internet als Demokratie- Verstärker
Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie"...
weiter ...Verschiedenes
Google+ etabliert sich unter den sozialen Online- Netzwerken
Facebook liegt auf Platz eins der beliebtesten Communitys...
weiter ...Telekom baut Browsergames- Angebot aus: Kooperation mit Start- up Players Rock Entertainment
Optimierung und Markteinführung neuer Browsergames im Fokus...
weiter ...
