Gerechter Zugang zu Medien

30.06.2010 | Düsseldorf
Der Ratsvorsitzende der EKD und Präses der EKiR, Nikolaus Schneider, sprach in seiner Keynote anlässlich des medienforum.nrw in Köln zu dem Thema "Was uns lieb und teuer ist. Neue Leitmedien - neue Werte?".

Für Schneider ist dabei zunächst ein wesentlicher und grundlegender Punkt der gerechte Zugang zu den Möglichkeiten der neuen Medien für alle Menschen. Nicht zu letzt sei dies oftmals eine Kostenfrage, erläuterte Schneider. "Es ist zum Beispiel zu bedenken, was in Hartz-IV-Sätze eingerechnet werden muss, damit Menschen in Fragen der Mediennutzung nicht abgehängt werden", so der Ratsvorsitzende.

Darüber hinaus stellte Schneider die Frage nach der Transparenz der Meinungsbildung in neuen Medien. "Welche Form von Öffentlichkeit können zum Beispiel Netzwerke wirklich herstellen?"

Die Würde des Menschen auch im Netz wahren

Für den leitenden Theologen der Evangelischen Kirche in Deutschland ist klar: "Das Netz hat keinen Eigenwert - die Frage ist vielmehr: Was will ich als Mensch damit?". Eine Ausgangsposition für die Antwort zu dieser Frage sei die Würde des Menschen. "Die Würde des Menschen, das bedeutet: Der Mensch muss sich sein Lebensrecht nicht erarbeiten. Und der Schutz dieses Grundrechts ist auch im Netz unsere Aufgabe", betonte Schneider.

"Kinder und Jugendliche sind ohne Schutz dem ausgesetzt, was im Netz passiert. In einer Welt, in der die Zugänge - auch zum Internet - so offen sind, gilt es, für diesen Schutz zu sorgen." Das entscheidende Stichwort dabei heißt "Lernen". Nicht nur, aber auch in der Schule müsse der sichere Umgang mit Medien erlernt werden können.

Schneider sprach sich zudem für verstärkt barrierefreie Zugänge zu den Medien aus. Auch Menschen mit Behinderung oder beispielsweise sprachlichen Defiziten seien bei allen neuen Errungenschaften dringend mit in den Blick zu nehmen, so der Ratsvorsitzende.

Ethische Verantwortung

Für Präses Schneider ist zudem klar, dass es eine deutlich erkennbare ethische Verantwortung bei den Betreibern von Communities und Netzwerken geben müsse.

Dabei gehe es ihm nicht um Zensur, sondern "um das, was eine gute Zivilgesellschaft ausmacht. Spielregeln und das, was sich nicht gehört, müssen eingeübt werden. Denn diese Kommunikationsformen bestimmen letztlich ja auch unsere Wirklichkeit."

Dabei reiche es nicht, allein auf die durchaus funktionierende Selbstregulierung durch User zu setzen. Die Menschen im Netz, aber durchaus auch im realen Leben hinsichtlich dieser Fragen zu begleiten, das sei die entscheidende Aufgabe, so Schneider.

Quelle: Pressemeldung Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)

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