Bus und Bahn per Handy zahlen - Siemens setzt mobilen Fahrkarten-Automat auf die Schiene
Es wurde von Mitgliedsunternehmen und -verbünden des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie Siemens IT Solutions and Services, DVB LogPay und dem Fraunhofer-Institut IVI Dresden entwickelt. Siemens hat die entsprechende IT-Lösung realisiert und betreibt sie für die Dauer des Pilotversuchs. Mit dabei sind Chemnitz, Essen, Dresden, Düsseldorf, Lübeck, Hamburg, Nürnberg, Ulm, Wuppertal sowie die Oberlausitz und das Vogtland.
Der Ticketautomat für die Jackentasche braucht kein Kleingeld, man muss nicht vor ihm Schlange stehen. Und er funktioniert überall, da in allen teilnehmenden Städten die gleiche Technik und Software verwendet wird. So kann etwa ein Nürnberger, der nach Hamburg fährt, schon vor Antritt der Reise sein Tagesticket für Hamburg kaufen. "Mit dem Test wollen wir herausfinden, wie die Kunden das neue Angebot nutzen. Er soll gleichzeitig die notwendige technologische Standardisierung voranbringen", so VDV-Präsident Günter Elste über das Ziel des Projekts.
Siemens IT Solutions und Services und seine Tochter Hansecom haben die Lösung zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt, haben sie implementiert und betreiben sie. "Dabei nutzen wir umfangreiche Erfahrungen einer ähnlichen Siemens-Anwendung in Österreich, wo bereits mehr als 155.000 Autofahrer ihre Parkscheine per Handy erwerben", sagte Hansecom-Projektleiter Walter Leitner. Und auch in Deutschland sieht er großes Potenzial: "Es gibt bei uns in Deutschland mehr Handys als Einwohner - und jeder Zweite würde gern mit seinem Handy bezahlen", so Leitner weiter zu einer aktuellen Umfrage des Bundeswirtschaftsministeriums.
Und so funktioniert's:
Fahrgäste melden sich einmalig unter www.dashandyticket.de an und wählen das gewünschte Zahlverfahren. Nach der Registrierung erhalten sie eine SMS, die den Download für ein kleines Java-Programm enthält, mit dem die Tickets bestellt werden können. Nahezu alle modernen Mobiltelefone unterstützen Java; allerdings müssen sie auch für Internetverbindungen frei geschaltet sein. Im Software-Menü gibt man die Art und Anzahl der Fahrscheine und gegebenenfalls die gewünschte Fahrstrecke an - vom Einzelfahrschein bis zur Tageskarte ist alles möglich. Die Bestellung dauert weniger als zehn Sekunden und wird per GPRS an einen zentralen Server übermittelt. Wer häufiger dieselbe Strecke fährt, kann sie als Favoriten speichern und so noch schneller bestellen. Nach dem Kauf erscheint die Bestätigung für den Ticketkauf auf dem Display des Handys und dient bei der Fahrkartenkontrolle als Beleg - kombiniert etwa mit Personalausweis oder Handy-Nummer. Die Abrechnung der Fahrten erfolgt entweder per Prepaid-Funktion, Lastschrift oder Kreditkarte über die DVB LogPay GmbH, eine Tochter der DVB Bank.
Quelle: Pressemeldung Siemens AG
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