Auktion der Mobilfunkfrequenzen startet

09.04.2010 | Berlin
Die flächendeckende Versorgung ganz Deutschlands mit schnellen mobilen Internet-Zugängen rückt einen großen Schritt näher. Am Montag beginnt in Mainz bei der Bundesnetzagentur eine umfangreiche Auktion von Mobilfunkfrequenzen.

"Nur mit den angebotenen Frequenzen unter 1 GHz können viele noch unversorgte Regionen schnell und effizient einen Breitband-Zugang erhalten - die Bedeutung der Auktion für den Standort Deutschland ist daher kaum zu überschätzen", sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Die vier zum Auktionsverfahren zugelassenen Netzbetreiber hatten bereits im Vorfeld zugesagt, die unversorgten Regionen vorrangig auszubauen. Die Bundesnetzagentur hat zudem strenge Ausbauverpflichtungen erlassen. In Deutschland gibt es noch rund 700 Kommunen, in denen Breitband für die Mehrzahl der Haushalte nur über Satellit verfügbar ist. Diese "weißen Flecken" werden bald geschlossen. "Breitband ist eine der wichtigsten Voraussetzung für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und eine zentrale Infrastruktur, wie Straßen oder Strom", so Scheer.

Nach der Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks wird für die Fernsehübertragung nur noch ein kleiner Teil der bisherigen Frequenzen benötigt. Aufgrund der besonderen physikalischen Eigenschaften eignen sich die frei gewordenen Frequenzen im Bereich von 790 - 862 MHz besonders gut für die Versorgung dünn besiedelter Regionen mit Breitband. Diese so genannte Digitale Dividende ist in vielen Gegenden die einzige wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit für eine Breitbandversorgung. "Deutschland ist internationaler Vorreiter bei der Nutzung der Digitalen Dividende", so Scheer.

Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Breitbandstrategie klare, ehrgeizige Ziele gesetzt: Ende dieses Jahres soll für jeden deutschen Haushalt ein Internetzugang mit mindestens 1 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Derzeit ist das nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bei über 96 Prozent der Haushalte der Fall. Ob die vollständige Versorgung bis zum Jahresende trotz der Verzögerungen im Vergabeverfahren noch erreicht werden kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der Vergabe und der Lizenzerteilung ab. Mit der Frequenzauktion wird die Basis für die Mobilfunknetze der nächsten Generation gelegt. Diese neuen, so genannten LTE-Netze, ermöglichen mobile Internetgeschwindigkeiten von 100 MBit pro Sekunde. LTE steht für Long Term Evolution. Scheer: "Mit LTE wird die Vision vom überall verfügbaren Breitband-Internet Realität."

Derzeit besitzen rund 64 Prozent aller deutschen Haushalte einen schnellen Internetzugang per Festnetz. Bis Ende des Jahres sollen es 68 Prozent werden. Ende 2009 entfielen 22,4 Millionen Breitband-Anschlüsse auf DSL, gut 2,3 Millionen auf TV-Kabel und rund 0,3 Millionen auf andere Technologien wie Glasfaser oder Satellit. Zum Festnetz kommen die Nutzer von mobilem Breitband. Zum Jahreswechsel gab es rund 24 Millionen UMTS-Anschlüsse in Deutschland, ein Anstieg um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach einer aktuellen BITKOM-Umfrage geht jeder fünfte Internet-Nutzer mit mobilen Computern wie Laptops oder Netbooks online, jeder zehnte mit dem Handy. "Mit der bevorstehenden Versteigerung wird der Ausbau der mobilen Breitbandnetze einen Sprung machen - sowohl in der Fläche als auch in der Übertragungskapazität", sagte Scheer.

Denn auch der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen steigt rasant an. Die drahtlos übertragene Datenmenge hat sich im vergangenen Jahr auf 40 Millionen Gigabyte nahezu vervierfacht. "Nur mit den neuen Frequenzen ist der Ausbau zu schaffen. Andernfalls gibt es bald wieder weiße Flecken - und zwar bei der mobilen Internetversorgung", so Scheer.

Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.

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